AKW Mühleberg: Die Sache mit der Wasserleitung

Der halbstaatliche bernische Energiekonzern BKW nimmt das AKW Mühleberg vorübergehend vom Netz. Für 10 Millionen soll die Wasserzufuhr für den Notfall verbessert werden.

Es ist nicht gerade ein Alltagsereignis, wenn ein AKW ausserplanmässig vom Netz genommen wird. Doch jetzt schaltet die BKW Energie AG Mühleberg kurzum ab – zumindest vorübergehend. Die BKW begründet dies mit «neuen Erkenntnissen» in der Folge von Fukushima. Für 10 Millionen Franken soll die Wasserzufuhr für den Notfall verbessert werden.

Doch die Erkenntnisse sind alles andere als neu. Bisher war die Wasserentnahme aus der Aare aber kein Problem. Im Gegenteil. Die Aufsichtsbehörde Ensi sprach attestierte dem Notstandsystem, es stütze sich auf eine «räumlich weit verzweigte Kühlwasserentnahme aus der Aare» ab, die im Notfall Wasser aus der Aare in das AKW Pumpen würde. Recherchen des Beobachters zeigten eine andere Realität: Die Wasserzufuhr des Notfallsystems besteht lediglich aus einer einzigen Leitung mit zwei Öffnungen besteht, wie ein Sicherheitsbericht der BKW belegt. Und: Zum Notstandssystem Susan führt nur eine einzige Leitung, die Pumpen dazu liegen auf einer Ebene 11 Meter unterhalb des Reaktors (Beobachter 11/2011 «Die Akte Mühleberg»). Ein «räumlich weit verzweigtes» System zur Entnahme von Wasser aus der Aare sieht anders aus.

Jetzt lobt sich die BKW für ihren 10-Millionen-Investitionsschritt gleich selber: Sie spricht vom «Sicherheitsverständnis» der Unternehmung, das die BKW zu diesem Schritt bewogen habe. Interessant nur, dass die Erkenntnis ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt reifte als auch die Frist der Aufsichtsbehörde zu Ende ging, verschiedene Anworten auf offene Fragen abzuliefern.

(Bild: BKW-FMB Energie AG)

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