Bisphenol A: Seit Jahren im Verdacht

Seit Jahren steht Bisphenol A im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Etliche Studien bringen es mit Brust- und Prostatakrebs, Diabetes, Fettleibigkeit-, Herzlreislauf-Krankheiten in Verbin­dung. Dennoch betont das BAG unerschütterlich:«Die Sicherheit für alle Konsumenten ist gewährleistet. Auch für Säuglinge resultiert kein Gesundheitsrisiko.»

Ganz so eindeutig, wie die Schweizer Gesundheitsbehörde schreibt, ist die Situation aber nicht. Unbestritten ist, dass Bisphenol A wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt. Uneinig sind sich Forscher bisher, in welchen Mengen der Stoff vom Körper aufgenommen wird beziehungsweise welche Mengen gesundheitliche Schäden zur Folge haben könnten. Inzwischen deuten Forschungen bei jungen Mäusen und Ratten darauf hin, dass bereits kleinste Mengen des Stoffs negative Folgen für die Hirnentwicklung und das spätere Verhalten haben könnten.

Achtzehn im Bereich des weiblichen Fortpflanzungssystem führende Wissenschaftler kamen in einer Arbeit «Women’s Reproductive Health and Environment» am gemeinnützigen Forschungsinstitut Commenweal (Kalifornien, USA) zum Schluss: «Die wenigen Studien an Menschen geben Grund zur Besorgnis. Bisphenol A kann im Labor das Wachstum menschlicher Brustkrebszellen, ihre Reproduktion und ihre Resistenz für chemotherapeutische Wirkstoffe verursachen.»

In Deutschland warnte das Umweltbundesamt schon vor Jahren und betont auch in einer aktuellen Analyse wieder das «ausreichende Besorgnispotenzial». Die Industrie solle den Einsatz von Bisphenol A in Produkten beschränken und «gesundheits- und umweltfreundlichere Alternativen» verwenden, «insbesondere für Produkte im Kontakt mit Lebensmitteln».

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