Bauer unter Hochspannung

© Beobachter 2010/Otto Hostettler

Einem Bauern bleibt auf freiem Feld plötzlich der Atem weg, und die Haare stehen ihm zu Berge. Der Grund: die Hochspannungsleitung über ihm.

Bauer Thomas Bucher grub gerade Sellerieknollen auf seinem Feld in Gunzwil bei Beromünster LU aus, als es passierte. «Ich glaubte zuerst, die Erde bebe», erzählt er. Doch es war kein Erdbeben: Der Energiekonzern Alpiq schaltete nach einem Unterbruch an jenem Nachmittag den Strom auf der Hochspannungsleitung Gösgen–Mettlen von null auf Volllast.

Genau zu diesem Zeitpunkt standen Bucher und seine Frau direkt unter der Leitung, die den Strom nach Süden transportiert. «Ich bekam kurz keine Luft, die Haare standen mir zu Berg, am Reissverschluss meiner Jacke bildeten sich Sternchen», berichtet er. Seiner Frau ging es nicht besser, beide spürten am ganzen Körper ein Kribbeln, waren minutenlang wie weggetreten.

Bucher fragte bei der Alpiq nach, was passiert sei. Die Stromgesellschaft, die auch das AKW Gösgen betreibt, schickte einen Kadermann vorbei und bot auch die Fachkommission der Energiewirtschaft für den Bereich Hochspannung auf.

Auch ein Jahr später kann niemand sagen, ob Bucher jederzeit wieder mit einem solchen Stromschlag rechnen muss, wenn er auf seinem Feld arbeitet. Dem Beobachter sagt ein Alpiq-Sprecher lediglich, solche «Vorkommnisse» seien bisher «noch nie» gemeldet worden, die «Ursachen und Phänomene» seien nicht bekannt, Abklärungen seien im Gang.

Der vollständige Artikel findet sich im Beobachter 25/2010

(Bild: alpiq)

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