Prämien 2010: Prozent rechnen mit Pascal Couchepin

Das Bundesamt für Gesundheit macht vor, wie man mit einer Prozentangabe und gut gewählten Durchschnittswerten die Realität schönrechnen kann.

Wer den Witz auf seinen Wahrheitsgehalt testen will, erzählt ihn so: Von Hundert Schweizern könnten 27 nicht Prozent rechnen. Das entspricht knapp 11 Prozent. Meist erntet der Erzähler ungläubige Blicke und wartet auf die Pointe, die längst da ist.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) von Noch-Bundesrat Pascal Couchepin rechnet jeweils im Herbst gerne mit Prozenten. Dieses Jahr beispielsweise hiess es: «Die Erwachsenenprämien mit ordentlicher Franchise steigen 2010 um durchschnittlich 8,7 Prozent.» In der gleichen PR-Sprache führt das Schweizer Gesundheitsministerium aus, dass einige Kantone unter diesem Durchschnitt liegen würden und andere darüber. Das macht rechnerisch Sinn und tönt erst noch gut. Um einen Durchschnitt zu errechnen liegen per se einige Daten unter und einige über dem Mittelwert.

Mein Kanton (Bern) liegt in der zweiten Gruppe, das BAG errechnete die Bandbreite der Erhöhung zwischen 10,2 Prozent und 14,6 Prozent. Das Fazit von Couchepins Amt: «Die Prämienerhöhung 2010 liegt unter der im Frühjahr 2009 vom BAG prognostizierten Prämienerhöhung.» Die behördlich verordnete Beruhigungspille wirkte: Ärgerlich, dachte ich mir, aber was solls.

Bis von der Krankenkasse die neue Police eintrifft.

Grundversicherung bisher: Fr. 173.30
Grundversicherung neu: Fr. 246.20.
(Franchise unverändert 2500 Fr.)

Erhöhung pro Monat: Fr. 72.90
Erhöhung pro Jahr in Franken: Fr. 874.80
Erhöhung in Prozent: 42 %.

Wie ging das nur schon mit dem Prozent rechnen?

Gesucht werden: Betroffene, deren Prämien weniger als 10 Prozent steigen (oder sogar sinken) und die zum behördlich errechneten Mittelwert führen. Fassen Sie sich ein Herz, melden Sie sich und retten Sie die Schönrechner vom BAG.

Ärger mit der Prämie? Weitere Informationen im Beobachter

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