SIGG-Bottles enthielten problematisches Bisphenol A

Huch, man reibt sich die Augen: Ausgerechnet der renommierte Schweizer Trinkflaschenhersteller SIGG gibt überraschend zu, bis August 2008 seine viel gerühmten Bottles innwendig mit einer Schutzschicht versehen zu haben, die den giftigen Stoff Bisphenol A (BPA) enthielt.


siggStill und leise hat der SIGG-CEO Steve Wasik einen «Letter» auf die Firmenwebseite gestellt und die Sachlage nüchtern und ausführlich geschildert. Bis vor einem Jahr, so der CEO, sei eine Beschichtung verwendet worden, die «Spuren von Bishenol A enthält». In der gesamten Produktion habe man vor einem Jahr auf eine «wasserbasierte Expoxidharzbeschichtung» gewechselt. SIGG nennt die neue Produktion «EcoCare-Beschichtung». Immerhin liefert SIGG dazu den Konsumenten auch gleich Bilder, damit diese überprüfen können, ob ihre eigenen Flaschen mit der problematischen Beschichtung versehen sind oder nicht.


Hut ab, könnte man sagen. Aber: Haben giftige Stoffe in Lebensmittelverpackungen nicht per se nichts zu suchen?


Denn: Ganz so harmlos, wie die Industrie den Stoff Bisphenol A beschreibt, ist er nicht. Der SIGG-CEO etwa betont, die alte Beschichtung berge «keinerlei Gesundheitsrisiken» und: «BPA gilt seit Jahrzehnten als Industriestandard für Schutzbeschichtungen und ist von Lebensmittel- und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt zugelassen.»


Stimmt nicht ganz. In Kanada ist Bisphenol A neuerdings offiziell als Gift eingestuft und die Verwendung in Babyflaschen verboten. In den USA wird demnächst eine neue Studie über mögliche gesundheitliche Folgen von Bisphenol A veröffentlicht. Mehrere Staaten prüfen ein Verbot.


Tatsächlich weiss man über Bisphenol A längst eine ganze Menge. Eine Studie der englischen Universität Exeter etwa wies nach, dass Erwachsene, die viel BPA im Körper haben, öfter an Herzkrankheiten, Diabetes und Leberschäden leiden. Bei Tierversuchen führte Bisphenol A auch schon zu Unfruchtbarkeit, Fehlbildung und Nervenschäden.


Wer noch vor einem Jahr eine kultige – aber Bisphenol A-haltige – SIGG-Flasche gekauft hat, muss sich nach der Ankündigung veräppelt vorkommen. In Kanada dürfen Kunden alte SIGG-Bottles kostenlos gegen neue tauschen. In der Schweiz ist davon im Moment keine Rede. Doch gegenüber Tagesanzeiger.ch versicherte ein SIGG-Sprecher: «Wenn es Probleme gibt, müssten wir wohl kulant sein.»


Also: Wenn ein Unternehmen neuerdings keine problematische Substanzen mehr in seinen Produkten verwendet und dies auch noch als Verkaufsargument benutzt, sollten die Kunden so reagieren:

Auf in den nächsten Laden, bringt Eure alten SIGG-Bottles zurück!


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(Bild: SIGG)

2 thoughts on “SIGG-Bottles enthielten problematisches Bisphenol A

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