Google wimmelt Beobachter ab

Die dunkelblauen Opel Astra von Google sehen aus, als ob sie eine Sirene auf dem Dach installiert hätten. Doch der Zweck ist ein anderer: Sie fahren kreuz und quer durch die Schweiz und fotografieren dabei alles was sie erfassen können. In einigen Monaten, so liess Google verlauten, sollen die Daten via Google-Map freigegeben werden, sprich: Jedermann kann interaktiv durch die Schweiz wandeln.

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Doch wer sind die Fahrer, die nichts anderes machen als durch die Schweiz zu kurven? Welche Strassen fahren Sie, weshalb ignorieren sie Einbahnstrassen, so wie jüngst in Biel? Weshalb hören die Fahrer bei offenem Fenster laute Technomusik, wie neulich in Bern? Wie reagiert die Bevölkerung in Trubschachen, wenn Google mit seinem fotografierenden Astra zwischen Miststock und Bauernhof einfährt?

Gerne hätte der Beobachter einen Google-Fahrer einen Tag lang auf seiner Fahrt begleitet. Doch der mächtigste Datenvernetzer will nicht, dass jemand hinter seine Kulissen blickt. Der Fahrer sei keine spannende Person, lautet anfänglich die abwimmelnde Begründung. Auf eine zweite (schriftliche) Anfrage bringt Google-Sprecher Matthias Meyer das firmeninterne Kredo auf den Punkt: «Schutz von Informationen gegenüber Externen, keine Einsichtsnahme von Dritten aus Konkurrenzgründen.»

Der Konzern, dessen Image durch Billiard spielende Mitarbeiter geprägt ist, funktioniert hinter den Kulissen etwas anders: Klare Hierarchien, unmissverständliche Befehle, gehorsames Personal. Google-Sprecher Meyer schreibt dem Beobachter: «Das Nicht-Mitfahren ist eine weltweite Policy, bei der keine Ausnahmen gemacht werden.» Gleich anschliessend aber gibt sich der Firmensprecher wieder google-like kumpelhaft: «Ich bin sehr gerne bereit, Sie mit den besprochenen Möglichkeiten und Informationen bei einer allfälligen Reportage zu unterstützen.»

Bild: Street View Auto auf der Quaibrücke, Zürich (Google)

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