Xing versteckt massive Gebührenerhöhung

Das Berufsnetzwerk Xing erhöht seine Mitgliedergebühren massiv – und versteckt sie hinter der Umstellung auf Schweizer Franken.

xing-logoDie Kosten der Mitgliedschaft beim deutschen Berufsnetzwerk Xing ist offensichtlich Glückssache. Einige bezahlten einen Jahrestarif von 112 Franken,  viele profitierten aber offensichtlich von Aktionspreisen und Sonderprogrammen. Nutzer hatten die Übersicht längst verloren. Jetzt will Xing seine Preise «harmonisieren und anpassen». Der neue Einheitstarif für Schweizer Mitglieder beträgt gemäss Xing Schweiz Country Manager Robert Beer Fr. 155.40 pro Jahr.

Wer die Preismodelle nicht genau sturiert, bezahlt aber noch mehr: Vor wenigen Tagen kündigte mir Xing einen neuen Monatstarif von Fr. 16.95 an, macht pro Jahr Fr. 203.40; also fast eine Verdoppelung – und 50 Franken mehr als der neue Einheitstarif. Erst auf Nachfrage bei Xing heisst es lapidar: Der tiefere Preis entspricht einer jährlichen Zahlung, der höhere Tarif wird bei der dreimonatlichen Zahlung verrechnet.

Damit die happige Gebührenerhöhung nicht zu sehr auffällt, versteckte sie Xing hinter dem angeblich «vielfachen Wunsch unserer Kunden», Mitgliederbeiträge neu in Schweizer Franken in Rechnung zu stellen statt wie bisher in Euro. Warum Deutsche Xing-Kunden in Zukunft aber massiv günstiger fahren als Schweizer, erfährt man nicht. In Deutschland beträgt der neue Jahrestarif Euro 95.40. Bei einem Umrechnungskurs von 1.25 wären dies gerademal Fr. 119.25. Schweizer Kunden berechnet Xing künftig satte 36 Franken mehr.

Die Preiserhöhung sorgte auf verschiedenen Kanälen bereits für erboste Reaktionen. Auch in Xing-Foren hagelte es Proteste. Einige Nutzer kündigten über Twitter ihre Kündigung an. Einige enttäuschte Xing-Kunden verabredeten sich spontan zum «Goodby Xing Premium Dinner».

Xing-Schweiz-Chef Beer sagt zur versteckten Tarifsteigerung, dies sei die erste Preiserhöhung seit zehn Jahren. In letzter Zeit habe man die Premium-Mitgliedschaft «massiv ausgebaut». Beer: «Die Investitionen, die wir gerade in jüngster Zeit in der Schweiz getätigt haben, rechtfertigen unserer Meinung nach den neuen Preis.»

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