Geld für Ärzte: Viel Nebel statt Transparenz

59 Schweizer Pharmafirmen verteilen jährlich über 138 Millionen Franken an Ärzte. Doch trotz der angepriesenen Transparenz, herrscht noch immer viel Nebel über den Geldflüssen.

Co_64Q2UkAEmWVtWie schafft man möglichst wenig Transparenz, wenn man Transparenz versprochen hat? So könnte das Leitmotiv der Pharmaunternehmen lauten, die derzeit im Rahmen einer europäischen Aktion ihre finanziellen Zuwendungen an Ärzte offenlegen. Weil vor einigen Jahren in den USA ein neues Gesetz unter dem Namen «Sunshine Act» der Pharma die Transparenz bis ins letzte Detail diktierte, ging der Verband der Pharmaunternehmen in Europa in die Offensive. Der Schweizer Verbund der pharmazeutischen Industrie schloss sich dieser Aktion an – jetzt liegen die ersten Zahlen vor.

Doch so richtig transparent wollen die Firmen dann doch nicht sein. Mit einem ausgeklügelten System werden die riesigen Summen kleingeredet. Die Taktik dabei:

  • Die Beträge werden in verschiedene Kategorien aufgeteilt, dort wiederum in mehrere Unterkategorien
  • Die Teilbeträge der einzelnen Kategorien werden in vielen Fällen nicht summiert
  • Ein Zusammenzug der einzelnen Kategorien fehlt, der Totalbetrag bleibt oft ungenannt
  • Die Ärzte können wählen, ob sie mit ihrem Namen dazu stehen wollen, das sie Gelder ausbezahlt erhielten. Will ein Arzt seinen Namen nicht veröffentlichen, erscheint der Betrag unter dem Begriff «aggregierte Leistungen»
  • Die Zahl der Ärzte, die ihren Namen nicht veröffentlichten will, bleibt geheim.
  • Die Summe, die die Firmen gesamteuropäisch an Ärzte bezahlen, wird in den allermeisten Fällen nicht veröffentlicht

Unterteilt werden die Gelder in drei Hauptbereiche:

Zahlungen, von welchen Ärzte direkt profitieren: Ausgewiesen sind in dieser Kategorie Gelder, die Pharmaunternehmen den Ärzten für den Beuch von Kongressen bezahlt, also Gebühren, Reise und Unterkunft. Zum anderen werden hier Gelder im Bereich Dienstleistungen und Beratung offengelegt. Darunter fallen beispielsweise Honorare für Vorträge, für die Analyse von Daten und Entschädigungen für Mitgliedschaften in Beratungsgremien (Advisory Boards). Auch hier gibt es wiederum die Unter-Einteilung zwischen Gebühren und Reise-/Unterkunftskosten. Unter dem Begriff Dienstleistungs- und Beratungshonorare fallen teils auch die Entschädigung für so genannte Anwendungsstudien. Mit solchen Studien werden Ärzte dafür bezahlt, wenn sie im Anschluss an eine Konsultation dem Patienten einige Fragen zu einem verabreichten Medikament stellen.

Zahlungen an so genannte Organisationen: Hier liegt die taktische Brillianz im Begriff «Organisationen». Gemeint sind einerseits Spitäler, andererseits aber auch Ärztevereinigungen, Gemeinschaftspraxen, Ärztenetzwerke, Fachgesellschaften, Medizinalfirmen, Kongressorganisationen etc. Sprich: Letztlich profitieren auch hier die Ärzte. Die zentrale Unterkategorie heisst Sponsoring.

Zahlungen für Forschung und Entwicklung: Hier sind nicht etwa die klassischen Forschungs- und Entwicklungskosten der Pharmaunternehmen aufgelistet, sondern die Zahlungen an Ärzte und Spitäler, die für die Pharmaunternehmen Studien durchführen. Hier figurieren auch die in diesem Zusammenhang entstandenen Reise-/Übernachtungskosten für Ärzte. In diesen Bereich fallen aber auch Gelder für so genanntes «Data monitoring». Letztlich profitieren also auch hier die Ärzte.

Der Transparenzoffensive zum Trotz: Will jemand wissen, ob sein Hausarzt Geld erhält, ist dies praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Man müsste 59 Schweizer Firmen einzeln durchsuchen. Doch das soll Journalisten nicht davon abhalten, die Zahlen trotzdem auszuwerten. Deshalb veröffentlichte der Beobachter die Top-Spender der Pharma und zeigt, wieviele Ärzte ihren Namen nicht veröffentlicht haben wollen (Beobachter 16/2016).

Das Leben im Durchgangszentrum

12644885_212554635755675_8417637317479537869_nAm Anfang stand ein Porträt. Über Faryda S. Eine 34-jährige Kurdin aus Aleppo, Syrien. Sie ist mit ihren drei Kindern (7-, 5,-, 4-jährig) zu Fuss, mit Autos, im Bus, mit der Bahn in die Türkei geflüchtet. Mit dem Schlauchboot nach Griechenland, über Mazedonien nach Ungarn, weiter nach Österreich, schliesslich nach Deutschland an den Bodensee und zu Fuss in die Schweiz. Ihr Mann ist seit drei Jahren verschwunden. Das war zur Zeit, als Assads Schergen Fassbomben auf die eigene Bevölkerung warf und unzählige Männer verschleppt wurden.

Es gibt Bekannte, die sagen mir: «Die kommen einfach, weil sie es hier besser haben als dort». Diese Wortwahl erinnert an Parolen aus einer Parteizentrale. «Dichtestress» ist auch ein beliebter Ausdruck und soll heissen, es kämen immer mehr Ausländer in die Schweiz. Deshalb seien die Züge so voll. Exponenten der grössten Partei wittern auch eine «Anspruchsinflation». Das heisst soviel, wie wenn Flüchtlinge immer mehr wollen als sie haben. So nach der Geschichte des Fischers und seiner Frau: Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so wie ich gern will. Wer wissen will, weshalb Faryda S. geflüchtet ist, kann in der Bildersuche von Google «Aleppo» eingeben. Das beantwortet jede Frage. Kein Mensch unternimmt mit drei kleinen Kindern eine solche Reise aus Abenteuerlust, sondern aus Angst. Wer der Google-Bildersuche nicht traut, kann sich auch die Geschichte von Faryda anhören. Oder diejenige von N. und ihrem Kind. Das zweite Kind von ihr sowie ihre Eltern kamen bei einem Bombenangriff ums Leben.

Beide Frauen leben seit einigen Wochen in einem Durchgangszentrum im Berner Jura. Faryda lebt mit ihren drei Kindern in einem Zimmer, etwa 25 Quadratmeter. Vier Personen, drei Betten, zwei Schränke, ein Kühlschrank. Es ist eines der grösseren Zimmer im Durchgangszentrum. 65 Personen wohnen im Haus, ein lang gezogener Trakt, zwei Etagen. Unten wohnen allein lebende Männer, oben Familien und Frauen. Die Stimmung ist friedlich, man lässt sich gegenseitig gewähren, einige helfen einander, kochen miteinander. Andere schauen für sich. Wie es halt so ist, wenn 65 Personen, die sich nicht kennen, beisammen wohnen. Gruppendynamik, Getuschel im Korridor, lachen hinter der Hand. Aber immer herzlich. Eine Frau verteilt im Gang mit Gemüse gefülltes Fladenbrot.

Die Türen stehen schief in den Angeln, die Fensterrahmen verfaulen, der Boden ist abgewetzt. Es zieht durch die Ritzen. Immerhin: Die eine oder andere Toilette wurde renoviert. Die Küche hingegen ist in desolatem Zustand. Schubladen fallen auseinander, die Wände beim Fenster sind schwarz vor Schimmel. Das Haus hat schon bessere Zeiten gesehen. Das ist lange her. Sehr lange. Mein siebenjähriger Sohn sagt auf der Fahrt nach Hause: «Ich würde einen grossen Bagger nehmen, alles flach machen und drei neue Häuser bauen.»

Wir sind zum Essen eingeladen. Um zwei Tische sitzen drei Familien, ein halbes Dutzend Erwachsene, ebenso viele Kinder. Stühle hat es nicht genug. Einige sitzen auf dem Bett. Ein Mädchen sitzt im Schrank. Der Schrank ist eigentlich nur ein Gestell, vornüber hängt ein Tuch. Es gibt Reissuppe, dann Poulet, Aubergine, gefüllt mit Hackfleisch. Dazu Reis und kleine Fleischstücke. Alle essen mit Löffel. Es gibt nur eine Gabel und zwei Messer. Gläser gibt es keine. Ein Kind trinkt aus einem Becher Wasser, es ist kein Trinkbecher, sondern ein Kunstoffbehältnis, in dem der Grossverteiler einst Datteln verkaufte.

Der Herbst war mild, der Winter blieb vorerst aus. Mit dem neuen Jahr kam aber auch der Schnee. Die Kinder spielen draussen, sie sitzen zum ersten Mal auf einem Schlitten. Der Schnee ist die einzige Betätigungsmöglichkeit für die Kinder im Durchgangszentrum. Ein siebenjähriger Knabe zieht den Bob zum x-ten Mal nach oben, sitzt drauf und fährt nach unten. Er trägt lediglich lange Unterhosen. Und Turnschuhe – ohne Socken, wie die allermeisten anderen Kinder. Handschuhe kennen sie nicht. Der 17-jährige Jodi hat vor Kälte leuchtend rote Hände. Nein, nein, er friere nicht, beteuert er. Dazu strahlt er. Als wir uns am späten Nachmittag verabschieden, stehen sie alle im Korridor. Frauen, Männer und Kinder aus Syrien, Afghanistan, Tibet und Somalia. Niemand beklagt sich, weder über die fehlenden Kleider noch über die unwürdige Unterkunft. Alle strahlen.

Hinweis: Wir suchen weiter Kleider, Schuhe (Kinder, Frauen, Männer) sowie Spielzeug und Zeichnungsmaterial sowie engagierte Menschen. Kontakt: otto.hostettler@bluewin.ch

Fremdplatziert: Die Macht der Akten

StadtarchivDie Stadt Bern beteiligt sich aktiv an der Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und hilft Verdingkindern und einstmals fremdplatzierten Kindern, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Mit der Ausstellung im Kornhausforum «Auf der Suche nach der eigenen Geschichte» ermöglicht das Stadtarchiv zudem der Bevölkerung einen Einblick in Fürsorgeakten. Anhand zweier Fürsorgedossiers dokumentiert das Archiv die Folgen der damaligen Armenpolitik auf das alltägliche Leben von armengenössigen Familien. Die Dokumente stammen aus dem Fundus von rund 30’000 Personendossiers der einstigen städtischen Fürsorgedirektion aus den Jahren 1920 bis 1960. Nur durch einen Glücksfall sind sie überhaupt erhalten geblieben. Eigentlich werden im Kanton Bern Sozialhilfeakten 15 Jahre nachdem die Leistungen eingestellt wurden vernichtet. In den 1990er Jahren entschied sich aber der damalige Fürsorgedirektor und spätere Stadtpräsident Klaus Baumgartner, die Akten aufgrund ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung zu erhalten.

«Auf der Suche nach der eigenen Geschichte»; Fremdplatzierungen in Bern 1920 – 1960; Ausstellung im Kornhhausforum; 25. März 2015 bis 25. April 2015 (Vernissage: 24. März 2015; 19 Uhr),

«Die Macht der Akten», 7. April 2015; 19 Uhr. Eine Lesung aus Akten der Zeit fürsorgerischer Zwangsmassnahmen mit Schriftsteller Lukas Hartmann und Regierungsrat Christoph Neuhaus.

Podiumsgespräch, 7. April 2015 (im Anschluss an die Lesung) mit Guido Fluri, Lukas Hartmann (Schriftsteller), Christoph Neuhaus (Regierungsrat), Loretta Seglias (Historikerin). Moderation: Otto Hostettler (Beobachter).

 

Hintergrund zum Thema: «Verdingt, versorgt vergessen» – eine Online-Reportage.

 

 

Ethik-Präsident relativiert fragwürdige Medikamentenversuche

titel3Der Thurgauer Ethikkommissions-Präsident verteidigt die fragwürdigen Medikamenten-Tests des Antidepressiva-Wegbereiters Roland Kuhn. «Das war damaliger Standard», sagte Rainer Andenmatten dem Schweizer Radio. Dabei vergisst Andenmatten die Konvention von Helsinki.

 

Ausführlich berichtete die Sendung «Echo der Zeit» am 25.2.2015 über die breit angelegten Medikamentenversuche in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen der 50er, 60er und 70er Jahre. Der «Beobachter» machte Anfang 2014 publik, in welchem Ausmass der langjährige Oberarzt und Klinikdirektor Roland Kuhn Wirkstoffe an seinen Patienten ausprobierte («Die Experimente des Dr. Kuhn»). Während Jahrzehnten testete Kuhn eine ganze Reihe von Präparaten und Wirkstoffe an psychisch Kranken – ohne deren Wissen und Einverständnis. Kuhn gilt als Entdecker der antidepressiven Wirkung von Imipramin, doch das Präparat verabreichte er auch Kranken mit ganz anderen Diagnosen – nur um auszuprobieren, ob sich auch da eine Wirkung zeigte. Er probierte die Substanzen auch an Schwangeren und Kindern aus, wie der «Beobachter» dokumentieren konnte. Viele dieser Wirkstoffe kamen später gar nie auf den Markt.

 

Gegenüber Schweizer Radio relativiert nun ausgerechnet der Präsident der kantonalen Ethikkommission, Rainer Andenmatten, die fragwürdigen Massenversuche. «Das war damaliger Standard.» Andenmatten: «In dieser Zeit, als Kuhn seine Versuche durchführte, gab es noch kein Humanforschungsgesetz», Studien seinen nicht protokolliert worden, die Patienten seien nicht informiert worden und es sei auch nicht nötig gewesen, deren Einverständnis einzuholen

 

Eine erstaunliche Aussage, insbesondere für den Präsidenten jener Kommission, der heute darüber wachen soll, dass klinische Versuche ethische Standards erfüllen. Andenmatten vergisst nämlich, dass das Einverständnis von Patienten bei klinischen Versuchen spätestens seit 1964 zu den ärztlichen Pflichten gehörte. In Helsinki verabschiedete der Weltärztebund eine Deklaration, die «Ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen» regelte. Den wichtigsten Grundsatz der Deklaration von Helsinki müsste eigentlich auch Andenmatten kennen: Betroffene Patienten müssen einem klinischen Versuch zustimmen.

 

Die Ärzteschaft verpflichtete sich aber schon 20 Jahre früher, Patienten bei medizinischen Versuchen zu informieren und ihr Einverständnis einzuholen. Im Zug der Nürnberger Prozesse, als die Menschenversuche der Nationalsozialisten aufgearbeitet wurden, entstand 1947 der «Nürnberger Kodex». Im Punkt 1 heisst es: «Die freiwillige Einwilligung der Versuchserson ist unbedingt erforderlich.»

 

Wie sagte Klaus Dörner (81), Mediziner, Sozialpsychiater und Autor zahlreicher Standardwerke zu Psychiatrie und Ethik im «Beobachter»? «Den allermeisten Psychiatern waren die neuen ethischen Standards der Helsinki-Deklaration egal».

 

Tabakgegner: «… Seite an Seite mit Nationalsozialisten…»

Tabak-LBIm Beobachter schrieben mein Kollege @beobangeli und ich vor einigen Monaten die Titelgeschichte «Das Tabakparadies: Wie die Schweiz Hersteller hätschelt und Raucher schont». Es war voraussehbar: Eine Welle Leserbriefe erreichte uns. Nicht nur erfeuliche Worte fanden die Absender für unsere Recherche. Doch der jüngste, eben erst eingetroffene Brief schlägt alle bisher ins Feld geführten Argumente:

«Die Tabakgegner argumentieren vor allem auch ideologisch. Sie sitzen hier Seite an Seite mit den Nationalsozialisten».

Ein zweites Argument habe ich so auch noch nie gehört: «Die Ärzte und Spitäler leben davon». Der Leserbriefschreiber meinte wohl, Berufe des Gesundheitswesen profitierten von Rauchern. Wollte Leserbriefschreiber H.P.I aus L. tatsächlich ausdrücken, dass Ärzte und Spitäler froh um jeden Raucher sein können? Sagt also der eine Arzt zum andern: Endlich wiedermal ein Lungenkarzinom? Glaubt Herr I. allen Ernstes,  Spitäler würden sich auf rauchende Patienten ausrichten, weil diese gute Kunden sind? Zuerst der eine Lungenflügel, anschliessend noch ein Zungenkarzinömchen im Rachenraum? Nur weil es Geld gibt? Vielleicht sollte Herr I. die Beobachter-Recherche noch einmal lesen: Der Gewinn pro Aktie der drei grössten Tabakkonzerne Philip Morris, British Americam Tabacco und Japan Tobacco International hat sich seit 2007 praktisch verdoppelt. Wer genau profitiert von den Rauchern?

Rauchen kann auch die Hirnwindungen stören

«Das Tabakparadies: Wie die Schweiz Hersteller hätschelt und Raucher schont», titelten wir im Beobachter. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten: Eine Auswahl der schönsten und wortgewaltigsten Bagatellisierer, Schönredner und Fatalisten.

Titel-Tabak

Heute zweifelt grundsätzlich niemand mehr an den Fakten. Sogar Philip Morris, Nummer 1 des weltweiten Tabakmarktes, sagt unmissverständlich: «Rauchen macht süchtig und verursacht zahlreiche schwere Krankheiten wie Herzkrankheiten, Lungenkrebs und Emphyseme.» Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind noch krasser: Zigaretten enthalten gegen 4000 chemische Verbindungen, die meisten davon sind lungengängige Feinstaubpartikel. Über 200 dieser Stoffe sind giftig, von mindestens 40 davon weiss man: Sie sind krebserregend.

Was antworten also Raucherinnen und Raucher den Journalisten, die die Schweiz als Paradies der Tabakindustrie beschreiben, weil die Branche hier viel laschere Gesetze vorfindet und sich bei gesellschaftlich wichtigen Organisationen mit Millionenspenden unentbehrlich machen? Hier die sechs wichtigsten Argumentations-Grundlagen der unverbesserlichen Raucher.


Argument ‘Abstreiten’: «Ich glaube, dass das Rauchen und das Nikotin allein nicht schädlich ist, (wie Koffein, Teein) sondern die Geschmacksbildenden und anderen Hilfsstoffe die dem Tabak beigefügt werden!», schreibt A.G. aus R.

Argument ‘armer Steuerzahler’: «Wir RaucherInnen bezahlen pro Jahr mehr als 1000 Franken an zusätzlichen Steuern», teilt M.P. aus B mit. Es sei «eine absolute Frechheit», wenn ein Päckli Zigaretten acht Franken statt nur vier Franken koste. «Wir rauchen ja nicht weniger, sondern sparen anderswo; starke Raucher sparen wahrscheinlich beim Essen!» Und dazu schreibt er: «Wie stellt man sich die Finanzierung der AHV vor, wenn niemand mehr raucht und ergo alle länger leben?»

Argument ‘Nichtraucher fahren Auto’: Der gleiche Leser kennt noch weitere Gründe, warum Rauchen nicht schädlich ist: «Und was ist mit den mit zunehmender Einwohnerzahl steigenden Autoabgasen? Nichtraucher fahren hemmungslos Auto, lassen den Motor laufen usw.. Das ist auch die Erklärung dafür, dass Lungenkrebs in etwa gleichem Masse zunimmt, wie die Zahl der Rauchenden abnimmt. Ist das etwa logisch?»


Argument ‘noch schlimmer ist Sport’:
«Die angeblichen Gesundheitskosten aufgrund des Rauchens sind im Vergleich zu den jährlichen Unfällen aufgrund sportlicher Betätigungen fast schon marginal», schreibt B.S. Aus B.


Argument ‘sterben müssen sowieso alle’: «Der Artikel über das Tabak-Paradies ist eine Frechheit. Wo bleibt die Selbstbestimmung des Bürgers? Zudem hat der liebe Gott Tabak, Alkohol und die illegalen Drogen geschaffen. Wer pfuscht ihm da ins Werk? Jeder Mensch hat eine Sucht und sterben müssen schlussendlich alle», teilt M.H. aus S mit. Und weiter: «Ich rauche seit 45 Jahren und steige auf jeden Berg, wo ist da das Problem? Rauchen ist für mich Freiheit und Genuss. Darf ich nur noch Körnli picken?»


Argument ‘böses Bundesamt für Gesundheit’: M.H. setzt noch einen drauf: «Jetzt hat man es schwarz auf weiss, dass die vom BAG unter dem Druck der Lungenliga und ihrer Adlaten im politischen Bern seit Jahren mit grösster Penetranz in Wort und Bild und mit der Volksgesundheit als Vorwand auf uns abgefeuerte Antiraucher-Werbung ein ziemlicher Flop ist. Die einzig wirklich Leidtragenden dieses übertriebenen Aktionismus einer sektiererischen Clique von vermeintlichen Gutmenschen und Wohltätern sind die Gastronomie und die Gemütlichkeit beim geselligen Beisammensein.»

«Das Tabak-Paradies: Wie die Schweiz Zigaretten-Hersteller hätschelt und Raucher schont», Beobachter 22/2014.

 

 

Ice Bucket Challenge: Ich bin ein Spielverderber

Wellenartig schwappte er auf Europa, flutete innerhalb weniger Tage die Schweiz – und erreichte auch mich: Der Ice Bucket Challange. Das geht so: man wird von einem Freund ‘nominiert’ und soll dann selber drei weitere Leute nominieren. Doch zuvor muss man sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf giessen, das ganze filmen und veröffentlichen und anschliessend 10 Franken an die Organisation ASL spenden. Wer sich um das Ritual drückt, soll der US-Organisation für die Forschung der seltenen Nervenkrankheit  Amyotropher Lateralsklerose (ASL) 100 Franken spenden. Bill Gates überschüttete sich mit Eiswasser, George W. Bush tat es, Lady Gaga ebenfalls.

Der Hype breitet sich inzwischen in Deutschland genauso aus wie in der Schweiz. Vor allem selbstdarstellungsaffine Prominente sprechen auf die Mischung aus Wohltätigkeit und Gaudi-haben an. Die Namen derjenigen, die sich vor laufender Kamera einen Eiskübel über den Kopf stülpen, liesst sich wie ein Who-is-Who der Klatschpresse. Jetzt wurde auch Bundesrat Ueli Maurer nominiert. Auf Twitter reissen die Meldungen mit dem Hashtag #IceBucketChallenge nicht ab. Die US-Organisation teilte mit, zwischen dem 29. Juli und dem 23. August seien fast 63 Millionen Dollar eingegangen. Und der Spendenzufluss reisst nicht ab. Im Vorjahr waren es in der gleichen Zeit gerade mal 2.1 Millionen.

Letzte Woche nominierte mich ein alter Freund aus den USA: Dale Hostetler. Ich lernte ihn durch Zufall kennen als ich vor Jahren in den USA Nachfahren von ausgewanderten Schweizern suchte. Dale hat vermutlich den gleichen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Grossvater (vielleicht noch ein paar Ur-dazu) wie ich. Oder sein Urahne Jacob Hostettler war Nachbar meines Urahnen, beide im 17. Jahrhundert mit Sicherheit wohnhaft im Weiler Winterkraut, Schwarzenburg.

Sorry Dale! In der Schweiz gibt es schon Unmengen solcher peinlicher Videos. Also erspare ich der Online-Welt eines von mir. Voilà, ich bin ein Spielverderber, ich gebe es zu. Aber Kettenbriefe und Gruppendruck stossen bei mir auf wenig Gegenliebe. Mein persönliches IceBucketChallenge verlief nun etwas anders.

Übrigens: Spenden darf man ja auch, ohne dass man es in die Welt posaunen muss. Wer der der Organisation ASL Geld überweisen will, findet hier weitere Informationen: www.asla.org

Walliser Gefängnisse: Aus Prinzip psychisch krank

Wer im Walliser Gefängnis krank wird, hat Pech gehabt. Er wird zwar medizinisch versorgt, auf der Abrechnung steht dann: «nichtärztliche ambulante Behandlung in der Psychiatrie.» Auch wenn der Patient nur ein Grippenmedikament schlucken musste. Kassen und Inhaftierte zahlen mehr als nötig, und der Kanton verdient daran.

Wenn ein Häftling im Wallis eine Grippe hat, gilt er automatisch als psychisch krank – zumindest in den Akten. Hintergrund: Der gefängnismedizinische Dienst gehörte jahrzehntelang zu den kantonalen psychiatrischen Diensten Unterwallis. Das hat ab­surde Folgen: Die Krankenkassen müssen fiktive psychiatrische Leistungen zahlen, Häftlinge mit hoher Franchise haben unnö­tig hohe Krankheitskosten, und der Kanton profitiert, weil die Leistungen zu teuer vergütet werden.

Dem «Beobachter» liegen diverse Fälle vor, die das System der unkorrekten Rech­nungen belegen. So kostete die Behandlung eines Häftlings, der unter Aufsicht ein Arthrosemedikament schlucken musste, monatlich 1000 statt 36 Franken. Bei einem anderen Häftling, der ebenfalls lediglich ein Medikament einnehmen musste, kamen in einem Jahr rund 100 angebliche psychiatrische Leistungen zusammen.

Die Krankenkassen sehen nicht, ob es sich bei den Patienten um Inhaftierte handelt, und zahlen die horrenden Rechnungen. Wie viele Häftlinge betroffen sind, ist unbe­kannt. Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten weist darauf hin, dass die medizinische Betreuung von Inhaftierten in­zwischen neu organisiert sei. Das ändert allerdings nichts daran, dass weiter abgerechnet wie bisher, wie aktuelle Krankenkassen-Abrechnungen eines Inhaftierten zeigen.

Die fragwürdige Abrechnungspraxis hat für kranke Häftlinge noch ganz andere Folgen: Aus den Einträgen bei den Krankenkassen könnten Dritte auf psychische Krankheiten schliessen. Bereits bei einem Versicherungswechsel könnte dies für Betroffene nachteilige Folgen haben.

Den vollständigen Artikel finden Sie im Beobachter 8/2014.

Medikamententests: Schönreden statt aufarbeiten

Zwei Thurgauer Kantonsärzte verteidigen die fragwürdigen Medikamentenversuche des Psychiatrieprofessors Roland Kuhn in Münsterlingen. Ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.

Kuhn«Ich bin der Meinung, dass Roland Kuhn für seine Entdeckung den Nobelpreis verdient hat», sagt der pensionierte Thurgauer Hausarzt Alfred Stahl, einst stellvertretender Kantonsarzt. Und der pensionierte Kantonsarzt Alfred Muggli doppelt nach: «Ich hatte nie den Eindruck, dass er sich unethisch verhalten hat», sagte er der Thurgauer Zeitung. Doch auf was stützen sich die beiden Ärzte bei ihrer posthumen Adelung von Roland Kuhn, dem langjährigen Oberarzt und Direktor der psychiatrischen Klink Münsterlingen? Im Interview mit der Zeitung geben sie an, den Psychiatrieprofessor, der als Vater des ersten Antidepressivas gilt, persönlich gekannt zu haben.

Recherchen des Beobachters in Patientenakten, Forschungspublikationen und Korrespondenzen sowie Gespräche mit zahlreichen betroffenen Patienten und ehemaligen Angestellten zeigen ein anderes Bild: Jahrzehntelang testete Psychiatrieprofessor Roland Kuhn in der Klinik Münsterlingen neue Wirkstoffe der Pharmaindustrie an Hunderten seiner Patientinnen und Patienten – die allermeisten dieser Versuchspersonen dürften davon keine Ahnung gehabt haben.

1600 Fälle dokumentierte der Beobachter in seiner Titelgeschichte «Die Menschenversuche von Münsterlingen», darunter waren auch hunderte von Kindern. Wenn nun der ehemalige Kantonsarzt sagt, er habe nie den Eindruck gehabt, dass sich Kuhn unethisch verhalten habe, klingt dies, als wolle er sein eigenes Wegschauen schön reden. Denn als Kuhn Anfang der 50er Jahre in Münsterlingen seinen Patienten die ersten Testsubstanzen verabreichte, war der Nürnberger Kodex längst verabschiedet. Diese ethischen Richtlinien gelten als die wichtigsten Grundsätze für Ärzte nach den Verbrechen der Psychiatrie im Dritten Reich. Sie regeln die minimalen Anforderungen bei medizinischen Versuchen an Menschen. In Punkt ein heisst es: «Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich.»

1964 konkretisierte der Weltärztebund diese Richtlinien in Helsinki mit der Deklaration «Ethische Grundsätze in der medizinischen Forschung am Menschen». Dessen ungeachtet forschte Kuhn weiter. Er verabreichte die neuen Wirkstoffe quer durch die Klinik an Patienten mit unterschiedlichsten Diagnosen – einfach um zu sehen, in welchem Fall die Substanz eine Wirkung haben könnte. Schwangeren verordnete er den neuen Wirkstoff, um zu testen, ob das ungeborene Kind Schäden davon tragen würde. Oder er testete die Medikamente an betagten, schwer kranken Patientinnen. In einem Fall handelte es sich um eine Frau, die noch knapp 33 Kilo wog. Kuhn notierte dazu «…es bereitet Schwierigkeiten, ihr das Medikament beizubringen…». Sprich: Kuhn verabreichte ihr die Testsubstanz 34’799, die später nie auf dem Markt gekommen ist, gegen ihren Willen.

Der ehemalige Kantonsarzt Muggli verteidigt Kuhns Methoden noch heute: «Der Forscher weiss, was er darf und was er nicht darf.» Schriften von Kuhn selber lassen daran zweifeln. Noch 1988, also fast 40 Jahre nach Verabschiedung des Nürnberger Kodexes mokierte sich Kuhn in einer Fachpublikation über die Auflagen an die Forschung und rief die Ärzteschaft auf: «Kehret zurück zu jenen Methoden, die seinerzeit zu dem grossen Erfolg geführt haben!»

Ohne ein Wort der Selbstkritik stellen sich die beiden pensionierten Thurgauer Ärzte Muggli und Stahel noch heute hinter die Praxis von Kuhn, die angebliche Schwererziehbarkeit von Kindern mit Antidepressiva zu «behandeln». Doch die beiden im Beobachter erwähnten Kindern waren damals nicht krank, sondern sie hätten Hilfe benötigt. Der eine wurde im klösterlichen Kinderheim sexuell missbraucht, der andere in der Pflegefamilie verprügelt und eingesperrt. Kuhn hätte dies in den Akten der Kinder nachlesen können. Doch er verabreichte ihnen Pillen – bis die Kinder zitterten und sich übergeben mussten.

Der vollständige Artikel «Die Menschenversuche von Münsterlingen» findet sich im Beobachter 3/2014.

Warum ich mich gegen PR abgrenze

Gibt es «gute» Lobbyisten und «böse» Lobbyisten? Nein, deshalb sollten wir Journalisten eine gesunde Distanz zu dieser Branche wahren.

twitterDie Twitter-Nachricht war an mich gerichtet: «ich freue mich auf eine Replik», schrieb Oliver Classen, hartnäckiger Themenplatzierer der NGO «Erklärung von Bern». Er verlinkte dazu einen Text über darbenden Journalismus und die Notwendigkeit von NGOs, den zusammengesparten Redaktionen mit eigenen Recherchen auszuhelfen. Auslöser seiner Rechtfertigung war eine Twitter-Meldung, in der er Anfang Jahr seine Teilnahme am  Recherchetag des Medienausbildungszentrums MAZ in Luzern ankündigte. Die Frage, die ich darauf via Twitter schrieb, drängte sich förmlich auf: Was hat eigentlich ein Lobbyist am Recherchetag der Schweizer Journalisten zu suchen? Classen war nicht Referent und er war auch nicht als Teilnehmer eines Podiumsgesprächs vorgesehen. Und Recherchieren muss er auch nicht mehr lernen. Der frühere Journalist und heutige NGO-Sprecher hat dies als Co-Autor des Buchs «Rohstoff, das gefährlichste Geschäft der Schweiz» bewiesen.

Also: Warum besuchte Classen einen Anlass, an dem sich Journalisten über Recherche  austauschen?  Die Antwort ist einfach. Classen kam wegen der Journalisten. Selten versammeln sich in der Schweiz so viele neugierige, motivierte Journalistinnen und Journalisten an einem Ort. Gegen 80 an der Zahl konnte er am Recherche-Anlass auf einen Schlag treffen. Um seine Themen in Schweizer Medien zu platzieren, braucht Classen Zugang zu Journalisten. An diesem Treffen standen für ihn Aufwand und Ertrag in einem traumhaften Verhältnis. Effizienter kann Lobbyismus kaum sein.

Die Frage ist durchaus selbstkritisch gemeint: Hätten wir Journalisten andere Lobbyisten auch an der Tagung teilnehmen lassen? Etwa Thomas B. Cueni, Cheflobbyist von Interpharma, Jürg Wildberger von Hirzel.Nef.Schmid-Konsulenten. Wie so viele Lobbyisten waren auch Cueni und Wildberger einst Journalisten. Wetten, dass ein Aufschrei durch die Medienszene erfolgt, wenn der Interpharma-Chef am Recherchetag aufkreuzt?

Classen sieht sich noch immer als Journalist, er ist sogar «konsterniert», mit klassischen Lobbyisten verglichen zu werden. Es gibt Journalisten, die sagen, er sei eben ein «guter» Lobbyist. Die «Erklärung von Bern», die sich für eine gerechtere Welt einsetzt, sei gar nicht so weit weg von der Tätigkeit eines «Beobachters», der sich «stark für die Schwachen» auf die Fahne geschrieben habe. Ja, der «Beobachter» wehrt sich mitunter anwaltschaftlich für die Interessen seiner Leser. Manchmal werden sie von Betrügern geprellt, manchmal von Behörden schickaniert oder drangsaliert. Dann setzt sich die Redaktion für sie ein, schreibt ihnen ein Gesuch um Akteneinsicht oder übergibt einen Musterbrief zur Beanstandung einer Abzocker-Rechnung. Andere Medien setzen sich beispielsweise für weniger Regulierungen im Finanzmarkt ein (Finanz und Wirtschaft) oder kritisieren die Allmacht der Banken (WOZ). Journalisten müssen meiner Meinung nach eine Haltung haben. Anders gesagt: Journalismus ohne Haltung ist haltlos. Praktisch jede Themensetzung von Journalisten ist letztlich Politik. Völlig vermessen ist nun aber, den «Beobachter» als Lobbyorganisation herbei zu argumentieren mit dem Ziel, die «Erklärung von Bern» als journalistische Kraft zu definieren.

Die «Erklärung von Bern» erfüllt – wie viele andere Lobbyorganisationen – aus ihrer Sicht unverzichtbare Arbeit. Sie recherchiert, bereitet Zahlen auf, sucht spannende Fallbeispiele, um eine gewünschte Situation treffend darzustellen. Letztlich tut sie das in der Hoffnung, via Medien eine Breitenwirkung zu erzielen. So arbeitet aber auch Interpharma, etwa wenn sie mit einer Wertschöpfungsstudie nachweist, wie wichtig die Pharmaindustrie als Arbeitgeberin für die Region Basel ist. Lobbyisten sind wichtige Input-Geber für Journalisten. Aber meiner Meinung nach gibt es keine «guten» oder «böse» Lobbyisten. Deshalb sollten wir auch eine gesunde Distanz zu dieser Branche wahren. Die Lobbyisten machen es genauso. Lobbyisten, die etwas auf sich haben, agieren zurückhaltend, nicht aufdringlich.

Die Selbstsicht von Classen deckt sich ausserdem in einem anderen Punkt vollständig mit derjenigen von anderen (zeitgemässen) Lobbyisten. Er nimmt für sich in Anspruch, ein «Informationsermöglicher» zu sein und kein «Informationsverhinderer». Aber: Angenommen, ein Journalist würde über einen Mobbingfall bei der «Erklärung von Bern» recherchieren oder über finanzielle Unstimmigkeiten in der Kasse der NGO. Wäre Classen dann auch ein «Informationsermöglicher»?

Am meisten aber stört mich an Classens Sicht, dass er sich als Demokratieretter aufspielt. Er behauptet allen Ernstes, die «Medienkrise» erzeuge «demokratierelevante Informationslücken». Er als PR-Journalist könne diese Lücke mit «nötiger PR» schliessen. Mit Verlaub, von was für einer «demokratierelevanten Informationslücke» spricht Classen? Machen Journalisten heute einen schlechteren Job als ihre Vorgänger in den 80er Jahren? Kaum. Klar, es hat sich einiges verändert in der Medienszene, das Geschäftsmodell von Zeitungen funktioniert nicht mehr wie vor 30 Jahren. Aber deswegen sind die Zeitungen nicht schlechter. Trotz aller Sparrunden gibt es heute in vielen Zeitungen immer wieder hervorragende Geschichten. Wie schon früher. Es gibt aber auch immer wieder Themen, die wir Journalisten verschlafen, leider. Wie früher auch schon. Sicher, wir können immer besser werden. Aber dass früher alles besser war, ist ein Mythos.

Ist «Para-Journalismus» eine Bereicherung?, fragt Oliver Classen schliesslich. Ja, zweifellos. Aber nicht für den Journalismus, sondern für die PR-Branche.

 

Die Twitter-Diskussion findet sich hier.

«Para-Journalismus als Bedrohung und/oder Bereicherung», Oliver Classen in der Medienwoche:
http://www.werbewoche.ch/zeitung/para-journalismus-als-bedrohung-undoder-bereicherung