Coop ersetzt Bisophenol haltige Kassenzettel

Plötzlich geht es doch: Coop will per Ende Jahr kein Kassenzettel-Papier mehr mit Bisphenol A (BPA)  verwenden. Beim Bundesamt für Gesundheit ist der hormonaktive Stoff weiterhin kein Thema.

bpaBisphenol A ist seit Jahren in der Verpackungsindustrie ein beliebter Stoff und gehört zu den weltweit am meisten produzierten Chemikalien. Er wird in vielen Getränkeflaschen verwendet aber auch in Konservenbüchsen und anderen Nahrungsmittelbehältnissen. Doch der praktischen Verwendung zum Trotz: Der hormonaktive Stoff mit östrogenartiger Wirkung kann den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers beeinflussen und steht im Verdacht, verschiedene Krebsarten auszulösen. Das deutsche Umweltbundesamt betont das «ausreichende Besorgnispotenzial» und fordert von der Industrie «gesundheits- und umweltfreundlichere Alternativen» zu verwenden, «insbesondere für Produkte im Kontakt mit Lebensmitteln».

Aus vielen Schoppen und Nuggis ist BPA inzwischen verschwunden, obschon Hersteller immer wieder betonen, Bisphenol A sei unbedenklich. Coop verbannte diese Nuggis und Schoppen schon vor drei Jahren aus dem Regal. Und auch der Industriebetrieb SIGG verzichtet inzwischen bei seiner beliebten Getränkeflasche auf den Einsatz von Bisphenol A. Das Bundesamt für Gesundheit hingegen behauptet auch heute kühn, es bestehe «kein Gesundheitsrisiko». Achtzehn führende Wissenschaftler im Bereich des weiblichen Fortpflanzungssystem kamen hingegen zu einem alarmierenden Schluss (siehe «Bisphenol A: Seit Jahren im Verdacht»).

2010 wies das Zürcher Kantonslabor nach, dass BPA von Kassenzetteln innerhalb weniger Sekunden auf der Haut haften bleibt und der Verdacht bestehe, dass der Stoff anschliessend in die Haut eindringe («Der Kassenzettel kann Ihre Gesundheit gefährden»). Bereits damals kündigte Coop Tests mit alternativem Papier an, jetzt will der Grossverteiler die Umstellung auf bisphenolfreies Papier per Ende 2013 in allen Filialen abgeschlossen haben. Die BPA-haltigen Kassenzettel verschwinden auch aus den Filialen der zu Coop gehördenden Ladenketten von Interdiscount, Import-Parfumerie und Toptip/Lumimart.

Mit der Aktion schwelgt aber auch eine gute Portion PR mit: In schwülstigen Worten lässt der Grossverteiler verlauten: «Coop nimmt die Bedenken der Kunden und Mitarbeitenden ernst und nutzt die Chance, die der Fortschritt bietet.» Und betont dabei, man sei der erste Detaillhändler der Schweiz, der sich von Bisphenol A auf Kassenzetteln verabschiede. Gleichzeitig betont Coop, die Wirkung der Bisphenole sei nach wie vor «wissenschaftlich umstritten» und von den Behörden «nicht verboten». Was weder Coop noch das Bundesamt für Gesundheit sagen: in mehreren Ländern ist Bisphenol A in Babyflaschen verboten – bereits seit Jahren.

 

Landwirtschaft auf der Autobahn

Die Landwirtschaft boomt, jedenfalls aus der Optik der «BauernZeitung». Sie titelt in ihrer neusten Ausgabe: «Mutterkühe auf der Überholspur». Gemeint ist: Die Zahl der Mutterkühe stieg per Ende Juni auf 116’000, was einer Zunahme von 4.6 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum war die Zahl des Milchkuhbestands um 2,6 Prozent rückläufig. Damit ist die hoffnungsvolle Meldung aber auch schon zu Ende, denn auch heute gibt es noch rund fünf mal mehr Milchkühe als Mutterkühe. Kein Wunder, der Bund stützt die konventionelle Agrarwirtschaft nach wie vor mit Subventionen. So fliessen beispielsweise jährlich rund 300 Millionen Franken in Form einer «Verkäsungszulage» an die Käseverarbeiter und damit indirekt zu den Milchbauern, die frisch und fröhlich weiterhin viel zu viel Milch produzieren.

Fukushima – der Ausstieg hat längst begonnen

Nach der Mehrfach-Katastrophe von Fukushima sollten wir in der Schweiz wiedereinmal ein paar aktuelle Statistiken beachten. Zum Beispiel jene der Windenergie. Oder der Solarenergie.

Die aktuellen Statistiken der Wind- und Solarbranche gehen zurzeit in den Schlagzeilen von Fukushima unter. Doch sie haben es in sich: Seit ein paar Jahren geht bei der Windenergie – fast überall ausser in der Schweiz – buchstäblich die Post ab. Alleine in Europa wurden letztes Jahr Windräder mit einer Leistung von über 9000 Megawatt installiert. Zum Vergleich: Diese Leistung erreichen etwa 30 Atomkraftwerke in der Grösse von Mühleberg.

Im Jahr zuvor kam ebenfalls die Leistung von 30-Mühleberg-AKWs dazu (10’000 Megawatt). Alle Windräder Europas produzieren inzwischen Strom mit einer totalen Leistung von 84’000 Megawatt. Weltweit kamen 2009 total 37’000 Megawatt neue Leistung dazu. Das entspricht etwa einer Leistung von 37 AKWs in der Grösse von Gösgen. Gösgen wiederum ist etwa dreimal leistungsfähiger als Mühleberg. Der Zubau von 2009 steigerte die weltweit installierte Leistung der Windkraft auf einen Schlag um einen Drittel auf 158’000 Megawatt (The European Wind Energy Assosiation).

In den Zahlen stecken einige Überraschungen: Wer an Wind denkt, denkt an Nordeuropa. Doch am meisten neue Windräder wurden europaweit in Spanien aufgestellt. Und weil die Windräder im Meer («off-shore») zurzeit in aller Munde sind, glauben viele, Windstrom werde inzwischen zu einem guten Teil auf dem Meer produziert. Doch weit gefehlt. Beim europäischen Zubau wurde nur der allerkleinste Teil der neuen Windräder ins Meer gestellt. Die neuen «Off-Shore»-Windparks kommen gerademal auf eine Leistung von 800 Megawatt. In diesem Bereich ist also künftig noch einiges zu erwarten.

Eine andere Zahl gibt Angesichts der hiesigen Diskussion um erneuerbare Energien ebenfalls zu denken. Bis anhin gibt man in der Schweiz den Photovoltaikanlagen – also der Produktion von Strom durch Solaranlagen – keine grosse Zukunftschancen. In Deutschland hat der technologische Quantensprung bei gleichzeitig sinkenden Preisen für Solarzellen eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Letztes Jahr erreichte die Solarstrom-Produktion 12 Milliarden Kilowattstunden. Soviel prognostizierten die rot-grünen Optimisten unter Bundeskanzler Schröder für das Jahr 2050.

Erstaunlich dabei: Die Hälfte dieser Strommenge stammt aus Anlagen, die erst im Jahr zuvor installiert wurden. Alleine die letztes Jahr neu produzierte Strommenge entspricht etwa 10 Prozent des schweizerischen Jahresverbrauchs.

Und was machen wir in der Schweiz? Wir limitieren die Förderung der erneuerbaren Energien und hindern damit aktuell über 8000 Gesuchsteller daran neue Solaranlagen, Windräder, Biomasse-Kraftwerke und Kleinwasserkraftwerke zu bauen. All diese Projekte könnten jährlich 3,7 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Weit mehr als das AKW Mühleberg.

Fukushima: Das Ende des jahrelangen Reinwaschens der Atomkraft

Seit der AKW-Katastrophe von Tschernobyl 1986 hatte die Energiewirtschaft nur ein Ziel: Das Terrain ebnen, um in der Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie zu verhindern und dereinst weitere Atomkraftwerke zu bauen. Schritt um Schritt wurde die Atomkraft schöngeredet. Aus dem Atomkraftwerk wurde ein Kernkraftwerk. Wer in Diskussionen Tschernobyl erwähnte, erntete die Bemerkung: «So etwas kann bei uns nicht passieren».

Einen Höhepunkt bildete die seit ein paar Jahren verbreitete Argumentation, AKWs würden CO2-freien Strom produzieren. Damit rückten die Stromkonzerne ihre AKWs in die Nähe der Sonnen- und Windenergie, ohne dies tatsächlich zu behaupten. AKW, so die Message, ist quasi grüner Stom. Kein Wort über die unhaltbaren Zustände in den Uranminen, kein Wort über die unglaublichen Massen von Beton, die für den Bau von AKW nötig sind, kein Wort vom nach wie vor ungelösten Abfallproblem.

Die PR-Maschinerie leistete in den vergangenen Jahren ganze Arbeit. Die Stromwirtschaft gründete zahlreiche Vereinigungen, die unabhängig von einander mit Aktionen an die Öffentlichkeit traten – mit jeweils klarem Publikum im Fokus. Sie tragen so schöne Namen wie «Aktion für eine vernünftige Energiepolitik AVES», «Frauen für Energie», «Forum Medizin und Energie», «Christen & Energie». Alle hatten eine Botschaft: Kernenergie ist die Energie der Zukunft.

Parallel dazu wurde die Energiewirtschaft nicht müde, international die «Renaissance der Atomkraft» zu predigen. Regelmässig wurde dazu vermeldet, wie viele Atomkraftwerke weltweit im Bau seien. Dass eine stattliche Anzahl teils seit Jahrzehnten im Bau sind und defacto längst zu Bauriunen wurden, verschwieg die Branche grosszügig (siehe hier im Blog).

Fast hätten es die Stromkonzerne geschafft. Voraussichtlich 2013 hätte das Volk an der Urne über neue AKWs entscheiden sollen. Die Vorzeichen standen gut, in einer Konsultativumfrage sagte der Kanton Bern schon mal ja zur Atomkraft – wenn auch knapp. Jetzt ist alles anders. Der Spiegel titelt in seiner neusten Ausgabe: «Das Ende des Atomzeitalters – Fukushima 12. März 2011, 15.36 Uhr». Die Deutsche Regierung stellt kurzum sieben alter Atommeiler ab. Bundesrätin Doris Leuthard sistiert die Rahmenbewilligungsgesuche.

Nach der Atomkatastrophe in Japan beschleicht einem ein mulmiges Gefühl, wenn man sich an die Störfälle der letzten Jahre in Schweizer AKWs erinnert. Wie war das mit den Rissen im Kernmantel in Mühleberg? Wie war das mit der langen Pendenzenliste der Aufsichtsbehörde, die auch heute noch nicht erledigt ist (siehe “von Rissen darf keiner wissen” Beobachter 3/2009)?

Bisphenol A: Seit Jahren im Verdacht

Seit Jahren steht Bisphenol A im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Etliche Studien bringen es mit Brust- und Prostatakrebs, Diabetes, Fettleibigkeit-, Herzlreislauf-Krankheiten in Verbin­dung. Dennoch betont das BAG unerschütterlich:«Die Sicherheit für alle Konsumenten ist gewährleistet. Auch für Säuglinge resultiert kein Gesundheitsrisiko.»

Ganz so eindeutig, wie die Schweizer Gesundheitsbehörde schreibt, ist die Situation aber nicht. Unbestritten ist, dass Bisphenol A wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt. Uneinig sind sich Forscher bisher, in welchen Mengen der Stoff vom Körper aufgenommen wird beziehungsweise welche Mengen gesundheitliche Schäden zur Folge haben könnten. Inzwischen deuten Forschungen bei jungen Mäusen und Ratten darauf hin, dass bereits kleinste Mengen des Stoffs negative Folgen für die Hirnentwicklung und das spätere Verhalten haben könnten.

Achtzehn im Bereich des weiblichen Fortpflanzungssystem führende Wissenschaftler kamen in einer Arbeit «Women’s Reproductive Health and Environment» am gemeinnützigen Forschungsinstitut Commenweal (Kalifornien, USA) zum Schluss: «Die wenigen Studien an Menschen geben Grund zur Besorgnis. Bisphenol A kann im Labor das Wachstum menschlicher Brustkrebszellen, ihre Reproduktion und ihre Resistenz für chemotherapeutische Wirkstoffe verursachen.»

In Deutschland warnte das Umweltbundesamt schon vor Jahren und betont auch in einer aktuellen Analyse wieder das «ausreichende Besorgnispotenzial». Die Industrie solle den Einsatz von Bisphenol A in Produkten beschränken und «gesundheits- und umweltfreundlichere Alternativen» verwenden, «insbesondere für Produkte im Kontakt mit Lebensmitteln».

Abteilung Pressesprecher: Hoher Puls

Noch bevor der aktuelle Beobachter ausgeliefert war, meldete sich ein erboster Sprecher der Luzerner Kantonsverwaltung: Es folgte eine Tirade von «Unwahrheiten» über «nicht recherchiert» bis «man hätte eben die Dienststelle so-und-so kontaktieren müssen».

Der Anlass für den erhöhten Puls des Pressesprechers: Der Beobachter berichtet, wie der Kanton Luzern neue Büros der Staatsanwaltschaft, die direkt neben der Bahnlinie gelegen sind, auf freiwilliger Basis und grossem finanziellem Aufwand gegen Elektrosmog abschirmt. Interessant ist dies insofern, als die Behörde in der Schweiz immer wieder mögliche Folgen von elektromagnetischen Feldern und hochfrequenter Strahlung verharmlost.

Am besten zeigt sich dies bei den Grenzwerten: Entlang von Bahnlinien gilt hinsichtlich der niederfrequenten Magnetfeldern nicht etwa der übliche Anlagegrenzwert von einem Mikrotesla (wie bei Hochspannungsleitungen und Trafostationen). Entscheidend ist der über 24 Stunden errechnete Durchschnittswert. Weil in der Nacht kaum Züge verkehren, überschreitet damit der entscheidende Wert den Grenzwert fast nie. In den neuen Büros neben der SBB-Linie Luzern-Olten aber betrug dieser 24-Stunden-Durchschnitt 1,9 Mikrotesla! Doch auch für solche Fälle gibt es in der Schweiz eine Regelung: Wenn die Anlage vor 2000 erstellt wurde (was bei den allermeisten Eisenbahnlinien der Fall ist), braucht niemand etwas zu unternehmen.

Die eigenen Büroräume will der Kanton Luzern trotz dieser Regelung «auf freiwilliger Basis» gegen Elektrosmog schützen. Insbesondere jene Anwohner von Eisenbahnlinien, die sich teils seit Jahren über hohe Magnetfelder beklagen und in den allermeisten Fällen gegen die Behörden keine Chancen haben, werden dies mit Interesse zur Kenntnis nehmen.

Zurück zum Sprecher der Kantonsverwaltung: Selbstverständlich wurde die entsprechende Dienststelle vor der Publikation mit den Ergebnissen der Recherche konfrontiert, alle Aussagen der verantwortlichen Stelle liegen schriftlich vor. Es fragt sich also, wer genau hätte recherchieren sollen.

Lesen Sie den Artikel «Elektrosmog: Schutz für Gesetzeshüter» im Beobachter 17/2010

BKW entdeckt – zaghaft – die LED-Technologie

Man kann gegen das Glühlampenverbot wettern und dieses als Gipfel des bürokratischen Bundesbern einstufen. Aber: Ein Jahr nach in Kraft treten der neuen Regelung zeigt sich: Das Verbot der uns vertrauten – aber leider Strom fressenden – Glühbirne bewirkt einen grandiosen Technologieschub.

Plötzlich gibt es neben den klassischen Energiesparlampen, die 80 Prozent weniger Strom benötigen (aber wegen der hochfrequenten Strahlung nicht für jeden Verwendungszweck geeignet sind) eine Alternative – die erst noch viel sparsamer ist: LED-Leuchtkörper.

Das hat nun auch der halbstaatliche bernische Energiekonzern BKW gemerkt. In einem Prospekt, der zurzeit in Haushaltungen gestreut wird, macht der Stromlieferant erste, wenn auch noch etwas zaghafte Hinweise zur neuen LED-Technologie. Zwar könnte man aufgrund der BKW-Werbung des BKW-Beleuchtungsratgebers meinen, LED gebe es nur für Nischenanwendungen wie etwa Leselampen. Lieber propagiert die BKW neben den Sparlampen die neu lancierten «Eco-Halogenlampen».

Doch die «Eco»-Lampen sind ein energietechnischer Schwindel. Sie benötigen nur etwa einen Drittel weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Anders gesagt, sie sind schlechter als die heutigen Energiesparlampen. Was der «Beleuchtungsratgeber» der BKW auch verschweigt: LED-Leuchten gibt es inzwischen auch mit der klassischen Glühbirnenfassung (E27) oder mit Anschlüssen, wie sie Halogen-Spots haben. Es gibt LED als trendige Pendelleuchte für den Esstisch, als Wandlampe für den Korridor oder als Stehleuchte für das Wohnzimmer. Wer die Produkte sehen will, muss nur in den nächsten Micasa, Jumbo, Hornbach etc.

Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber, heisst es im Volksmund: LED-Leuchten benötigen nur etwa halb soviel Strom als die bereits sehr sparsame Energiesparlampe! Kein Wunder preist der Energiekonzern die neuste Technologie noch etwas gar verhalten an.  

Wermutstrofen: Die Preise für extrem sparsame LED-Birnen sind zurzeit (noch) unverhältnismässig hoch. Eine LED-Birne, die in einer herkömmlichen Lampenfassung verwendet werden kann und etwa die Leuchtkraft einer 40-Watt-Birne hat, kostet über 50 Franken  (siehe topten). Eine LED-Birne, die etwa an eine 60-Watt-Birne kommt, kostet zurzeit noch über 100 Franken.

Wer überflüssigen Atomstrom kauft, erhält Geld

© Beobachter 2010/Otto Hostettler

Strom beziehen und dafür Geld bekommen? Auf dem Energiemarkt ist alles möglich. Die Stromkonzerne kommt es billiger, Kohle- und Atommeiler trotz Überangebot weiterlaufen zu lassen und den Strom zu verschenken, statt die Werke zu drosseln.

Energiekonzerne erhielten über Weihnachten nicht nur Strom geschenkt, sondern bekamen auch noch Geld, wenn sie Strom «kauften». Der Grund: Winterliche Tiefdruckgebiete bescherten norddeutschen Windkraftwerken viel Strom – bei schwacher Nachfrage, denn Industrie und Gewerbe ruhten. Für Betreiber von europäischen Kohle- und Atomkraftwerken war es aber billiger, die Kraftwerke weiterlaufen zu lassen als zu drosseln – das Stromangebot wuchs.

Am 26. Dezember wars ganz verrückt: An der europäischen Strombörse in Leipzig kostete die Megawattstunde minus 200 Franken. Sprich: Pro Kilowattstunde, die ein Stromhändler bezog, erhielt er 20 Rappen (siehe EEX & Swissix Preise).

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Beobachter 2/2010

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Intelligente Stromzähler: in der Schweiz kein Thema

Deutschland hat nicht nur punkto erneuerbarer Energien die Nase vorn, sondern auch bei der Energieeffizienz: Ab 1.1.2010 müssen in Deutschland bei Neubauten und grundlegenden Renovierungen Smart Meters eingebaut werden. Mit diesen so genannten intelligenten Stromzählern können Stromversorger aktuell beobachten, wer wo wieviel Strom verbraucht. Verbraucher ihrerseits können ihren Strom monatlich abrechnen. So wie dies etwa beim Handy oder anderen Dienstleistungen selbstverständlich ist. Wer viel verbraucht, zahlt viel und spürt dies subito im Portemonnaie.

Mit Smart Meters profitieren Stromkunden von mehr Transparenz, sie sehen – je nach Modell – wieviel Strom sie aktuell für die Heizung, fürs Licht oder für die Waschmaschine benötigen oder sie können Monats- und Jahresvergleiche abrufen. Stromlieferanten ihrerseits können ihre Kraftwerkskapazitäten und Stromnetze besser auslasten. Auch die Schweiz hätte eigentlich das Potenzial erkannt. Das Bundesamts für Energie veröffentlichte kürzlich eine Studie, die zu folgendem Schluss kommt: «Mit dem Einsatz von Smart Metering-Systemen können neue Energieeffizienzpotenziale bei den Endverbrauchern erschlossen werden, welche mit den heutigen elektromechanischen Zählern nicht zugänglich sind.» (Die Studie findet sich hier).

Und waseliwas unternehmen die Grossen der Schweizer Stromwirtschaft, die Axpo, die BKW etc? Wenig bis nichts, wie der Beobachter berichtete. In der Schweiz geht noch immer einmal im Jahr der «Zählerableser» von Haus zu Haus. So wie das schon immer war, seit die Schweiz elektrifiziert wurde. Eigentlich erstaunlich für ein Land, das mit Landys & Gyr den Stromzählerfabrikanten par excellence beheimatet (der notabene längst im Ausland mit neusten Zähler gute Geschäfte macht).

Interessanterweise finden sich im Magazin der Schweizer Strombranche inzwischen gleich seitenweise Inserate von Smart-Meter-Hersteller. Gut möglich also, dass die Schweizer Energieriesen irgendwann doch noch auf den Geschlack kommen: Sie könnten hierzulande durch ein besseres Strommanagement freie Energiemengen gewinnen und diese teuer nach Italien verkaufen. Das sollte für Axpo, BKW und Konsorten doch attraktiv tönen?

SIGG-Flasche: jetzt umtauschen

Seit einem Jahr verwendet der Schweizer Flaschenhersteller SIGG bei der Beschichtung seiner Bottles kein Bisphenol A (BAP) mehr, wie der Konzern auf seiner Webseite publik machte.

Wer eine alte SIGG-Flasche besitzt, deren Innenbeschichtung noch den problematischen Stoff Bisphenol A enthielt, kann sie gratis umtauschen. Dies teilt SIGG-Geschäftsleitungsmitglied Michele Starvaggi dem Beobachter mit. «Die Zufriedenheit unserer Kunden hat für uns die absolut höchste Priorität.»

Zwar betont SIGG, dass ältere Flaschen «absolut bedenkenlos sind, weil unabhängige Tests ergeben haben, dass in diesen Flaschen keine Stoffe freigesetzt werden.» Trotzdem zeigt sich der renommierte Hersteller nun kulant.

So kommen Sie zu einer neuen Flasche:

Senden Sie ihre alte Bottle mit einem Begleitbrief (Absender nicht vergessen) und einem Vermerk zur gewünschten neuen Flasche gleicher Grösse (die Auswahl der Modelle findet sich hier) an:

SIGG Liner-facts, Walzmühlestrasse 62, 8501 Frauenfeld

Vor Wochenfrist ging der Schweizer Flaschenhersteller in die Offensive und machte publik, dass in den beliebten Bottles seit 2008 kein BAP mehr verwendet werde. Seit Kanada Bisphenol A als Gift eingestuft und die Verwendung in Babyflaschen verboten hat, ist die Diskussion über den in der Lebensmittel-Verpackungsindustrie viel verwendete Stoff und die möglichen gesundheitlichen Folgen neu aufgeflammt.

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